Jusos: Hartz IV Debatte taugt nicht für Schnellschüsse
08. März, 18:14 Uhr
Kassel: Die nordhessischen Jungsozialisten haben die Pläne der nordrhein-westfälischen SPD-Landesvorsitzenden Hannelore Kraft, nicht vermittelbare Langzeitarbeitslose für „einen symbolischen Aufschlag“ auf die Hartz IV-Regelsätze gemeinnützig arbeiten zu lassen, mit Unverständnis aufgenommen.
„Die unfertigen Ideen von Hannelore Kraft sind wenig dienlich, um eine gerechte Zukunftsperspektive für Langzeitarbeitslose zu entwickeln“, erklärt der nordhessische Juso-Bezirksvorsitzende Pascal Barthel.
Für unangebracht halten die Jusos den Vorschlag Krafts, Langzeitarbeitslose in gemeinnützige Arbeit quasi ohne Bezahlung zu entsenden. „Das ist nichts weiter als die unsinnige Fortführung der ungerechten 1 Euro-Ausbeuterjobs mit anderen Mitteln. Im schlimmsten Falle werden diese „gemeinnützigen Jobs“ dann auch noch sozialversicherungspflichtige Jobs verdrängen und zusätzlichen Lohndruck auf ohnehin schon strapazierte Branchen wie die Altenbetreuung ausüben“, führt Barthel weiter aus.
Die Jusos fordern statt dessen einen staatlich geförderten zweiten Arbeitsmarkt mit ordentlicher und angemessener Bezahlung für die Beschäftigten sowie eine Perspektive, wie Langzeitarbeitslose wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden können. Hierzu bedarf es nach Ansicht der Jusos mehr finanzieller Mittel, um Arbeitslose fit für den Arbeitsmarkt zu machen.
In diesem Zusammenhang ist die am Freitag von CDU und FDP im Haushaltsausschuss des Bundestags erfolgte Sperrung von 600 Millionen Euro für die Qualifizierung von Arbeitslosen nach Ansicht der Jusos eine Katastrophe.
Geschrieben von Dietmar am Montag, 8. März 2010 18:14.
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